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Kambodscha

Das Königreich Kambodscha liegt nicht in Afrika wie so mancher annimmt, sondern in Südostasien und grenzt im Westen an Thailand, im Norden an Laos und im Osten an Vietnam. Bei monatlichen Durchschnittstemperaturen zwischen 26 und 30°C beherbergt Kambodscha Elefanten, Affen, Bären und Schlangen. Im unteren Abschnitt des Mekong sind außerdem die seltenen Irawadi-Delfine beheimatet. 

Die Hauptstadt Phnom Penh ist mit rund 2,5 Mio. Einwohnerinnen die größte Stadt des Landes. Offizielle Währung ist der kambodschanische Riel (1€ = 5000៛). Daneben ist auch der US-Dollar gängiges Zahlungsmittel. Rund 95% der Kambodschanerinnen folgen dem Buddismus. Wichtige Feiertage sind das kambodschanische Neujahr im April, die Pchum Ben Ahnengedenktage im September/Oktober und das Wasserfestival im Oktober/November. Weitere anzutreffende Glaubensrichtungen sind zudem der Islam, der Hinduismus und das Christentum. 

Kultur

Die Kultur Kambodschas ist beeinflusst von Religionen wie Buddhismus oder Hinduismus, der Kolonialzeit unter Frankreich und der Angkor-Periode. Zahlreiche Tempel bilden zeigen die traditionelle Khmer Architektur. Während viele der frühen Tempel Angkors, dem Zentrum des historischen Khmer-Königreichs, hinduistischen Gottheiten geweiht wurden, finden sich bei späteren Tempeln zunehmend buddhistische Elemente. Dieser Übergang spiegelt sich insbesondere in der Tempelanlage Angkor Wat wider, die heute noch das größte religiöse Bauwerk der Welt und ein nationales Symbol Kambodschas darstellt. Denn ursprünglich als Hindu-Tempel entworfen, wurde Angkor Wat nach und nach in einen buddhistischen Tempel umgewandelt. 

Das Essen in Kambodscha ist geprägt von Reis und Fisch. Gerichte werden typischerweise als Suppen zubereitet und mit Reis als Beilage gegessen. Durch den Einfluss der Franzosen gehört auch Baguette zu den typischen Nahrungsmitteln, das in den zahlreichen Bäckereien gekauft werden kann. 

Armut

Zwar gibt es seit einiger Zeit einen wirtschaftlichen Aufschwung in Kambodscha, aber nichts destotrotz bleibt Armut, wie auch in Deutschland, weiterhin ein Problem. Das Ausmaß ist schwer zu fassen, aber Schätzungen zufolge lebten 2014 13,5% der Menschen in Kambodscha unter der nationalen Armutsgrenze (vgl. 2007: 47,8% 1). Viele der anderen Menschen leben aber nur knapp über der Armutsgrenze und können jederzeit zurück in die Armut fallen. 

Noch ist nicht klar, wie stark die negativen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie auf die Wirtschaft und den wirtschaftlichen Aufschwung sind. Viele Menschen in der Tourismusbranche oder Textilindustrie haben bereits ihren Job verloren. 

Gesundheit

Die Armut zeigt sich dabei in verschiedenen Gesichtern. In den letzten Jahren gab es zwar große Fortschritte in der Gesundheit. Die Lebenserwartung ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen und auch die Kindersterblichkeit hat sich reduziert. Dennoch ist das Gesundheitssystem vor allem am Land in einem schlechten Zustand. Besonders Menschen, die nicht zur wohlhabenden Elite des Landes gehören haben häufig Probleme sich ordnungsgemäß behandeln zu lassen und greifen auf traditionelle Heilmethoden zurück, die oft selbst angewendet werden. 

Es gibt keine Sozialversicherungen wie zum Beispiel eine allgemeine Krankenversicherung, auch deshalb sind Menschen in Kambodscha bei Notfällen auf ihr persönliches Umfeld angewiesen. Zum Leidwesen vieler reicht diese Unterstützung nicht immer und es soll eine funktionierende Sozialversicherung eingeführt werden. 

Bildung

Ein weiteres Gesicht der Armut zeigt sich in der Bildung. Auch hier wurden in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, dennoch gibt es viele Mängel. Die Alphabetisierungsrate ist in den letzten Jahren stark gestiegen und lag 2015 bei 80,5% 2, (vgl. Weltdurchschnitt: 86,2%). Frauen zeigen dabei eine nochmal niedrigere Rate von 75%. Außerdem ist Analphabetismus am Land auch stärker vertreten als in der Stadt. Die Zahlen zeigen, dass trotz der Fortschritte der letzten Jahre immer noch viel zu tun ist. 

Ein großes Problem in der Bildung, dass Kambodscha nur langsam aufholt, ist die Ermordung zahlreicher Intellektueller, wie Forscher, Techniker etc. durch die Roten Khmer. 90% der Lehrer*innen verloren unter den Roten Khmer ihr Leben. Die Roten Khmer schafften die Schulbildung ab und vernichteten Lehrbücher und andere Materialien. Das Schulsystem wird seit 1979 wieder neu aufgebaut und neue Lehrer ausgebildet. Nichtsdestotrotz leider das Schulsystem an zu wenigen Lehrern, die wenig verdienen und schlecht ausgebildet sind. Viele Kinder, besonders am Land arbeiten mit der Familie und gehen nur unregelmäßig zur Schule und später gar nicht mehr. Qualitativ hochwertige Bildung ist nur auf manchen der teuren Privatschulen möglich. 

Gerade eine Fremdsprache zu beherrschen, öffnet viele Türen in der Berufswelt, aber leider ist es auf staatlichen Schulen fast unmöglich solche zu erlenen. 

Geschlechtergerechtigkeit

Die Geschlechterrollen in Kambodscha sind nach wie vor traditionell verteilt. Der Ehemann sorgt für den Unterhalt und repräsentiert die Familie. Die Frauen betreuen die Kinder. Nebenbei sind sie auch oft berufstätig und treffen zentrale Entscheidungen in der Familie. Im öffentlichen Raum sind Frauen massiv unterrepräsentiert und oft Opfer häuslicher und sexueller Gewalt. Obwohl Frauen und Männer gesetzlich gleichgestellt sind, gibt es nur selten effektive Rechtshilfe und Schutz für Frauen und Mädchen, die von geschlechtsbezogener Gewalt betroffen sind. Kambodscha hat häusliche Gewalt recht früh als Problem erkannt und das Frauenministerium arbeitet mit kleinen Erfolgen an der Reduzierung und Aufklärung. Seit 2003 ist es das erste Land der Welt, das den Rückgang von Gewalt zu Indikatoren in den nationalen Entwicklungszielen erhebt. 

Geschichte

Neben der Angkor-Periode sowie den „Goldenen Sechzigerjahren“ des zwanzigsten Jahrhunderts, prägt das heutige Kambodscha jedoch auch seine jüngere Geschichte. Hervorgegangen aus der Kommunistischen Partei Kambodschas sowie der Bewegung gegen, die von den USA unterstützte, autokratische Herrschaft Lon Nols, eroberten die Roten Khmer im Jahr 1975 Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh. Bis 1979 an der Macht, bis in die 1990er Jahre als Guerillatruppen aktiv und von den Vereinten Nationen lange Zeit als offizielle (Exil-)Regierung Kambodschas anerkannt, ermordeten sie rund 2 Millionen Menschen, fast ein Drittel der kambodschanischen Bevölkerung. Bei ihrem Versuch, das seit der Angkor-Periode massiv geschrumpfte Kambodscha als kommunistischen Agrarstaat zu alter Stärke zurückzuführen, entlud sich ein hemmungsloser Hass auf alles, was nur ansatzweise gebildet oder intellektuell wirkte. Nach diversen Grenzzwischenfällen intervenierte schließlich Vietnam, welches sich gerade erfolgreich gegen die USA durchgesetzt hatte. Nach zehn Jahren vietnamesischer Verwaltung kam es unter einer Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen 1993 schließlich zu ersten formal-demokratischen Wahlen, die von den Roten Khmer jedoch boykottiert wurden. Erst 1998 endete unter großzügigen Zugeständnissen an die Roten Khmer der Bürgerkrieg. Seitdem machte Kambodscha, gerade bei der Bildung und Infrastruktur, enorme Fortschritte. Auch der von den Vereinten Nationen und dem kambodschanischen Staat gemeinsam eingerichtete Gerichtshof zur Strafverfolgung der von den Roten Khmer begangenen Verbrechen erzielte erste Ergebnisse. In ihrem alltäglichen Leben setzen sich viele, insbesondere jüngere Kambodschaner:innen inzwischen kaum noch mit der Schreckensherrschaft der Roten Khmer auseinander – zu präsent ist die Gegenwart. Dennoch hat diese, zweifellos Spuren hinterlassen, die das Land auch noch heute zeichnen.

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Events

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