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Events

Es ist uns ein besonderes Anliegen, als Vermittler:innen zwischen den Kulturen zu agieren und so einen kulturellen Austausch zwischen Kambodscha und Deutschland auf Augenhöhe zu gewährleisten. Wichtiger Bestandteil unserer Arbeit sind daher unsere jährlichen entwicklungspolitischen Bildungsveranstaltungen. Dabei wollen wir nicht nur auf die Hintergründe unserer kambodschanischen Partnerorganisation, die Bedingungen vor Ort und Kambodscha selbst eingehen, sondern auch postkoloniale Perspektiven und ihre anhaltenden Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden aufzeigen und näher erläutern. Uns ist es wichtig, keine stereotypen Vorstellungen von einem „unterentwickelten, armen, aber exotischen und anderen“ Kambodscha zu reproduzieren, dem von „entwickelten und wohlhabenden“ Deutschen geholfen werden muss. Wir halten daher die kritische Selbstreflexion sowie den Austausch und Diskurs mit anderen für not­wendig, um zu einem Bewusstseinswandel beizutragen und Menschen dazu anzuregen, über den eigenen Tellerrand zu blicken, sich für globale Zusammenhänge zu öffnen und dafür eine Sensibilität zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund haben wir bisher vier Bildungsveranstaltungen zum Thema Kambodscha und postkoloniale Perspektiven in Deutschland mit Hilfe kompetenter Referentinnen und Referenten organisiert, auf die wir im Folgenden kurz eingehen wollen, um einen besseren Eindruck von unserer Arbeit zu vermitteln:

Shrinking Spaces in Kambodscha und weltweit - Jahresveranstaltung in Bonn (27. November 2021)

Bei unserer Jahresveranstaltung "Shrinking Spaces in Kambodasch und weltweit" setzten wir uns, wie der Titel schon sagt, mit dem Thema Shrinking Spaces auseinander.

Demokratie lebt von Meinungsfreiheit und Pluralität. Sie lebt von Dialog und konstruktivem Streiten, von Kompromissfindung und Respekt gegenüber anderen politischen Einstellungen. Doch in immer mehr Ländern des globalen Südens ist ein Phänomen zu beobachten, das genau das erschwert: Shrinking Spaces, also die Einschränkung zivilgesellschaftlicher Handlungsspielräume.

Auch in Kambodscha erschweren spätenstens seit 2015 die Shrinking Spaces, unter anderem in Form des umstrittenen NGO-Gesetz den Alltag zivilgesellschaftlicher Akteure in Kambodscha erschweren.
Wir schauten uns aus historischer Sicht an, wie sich die Menschenrechslage in Kambodscha entwicklet hat, um uns dann auch mit der aktuellen Lage im Zusammenhang mit Shrinking Spaces zu beschäftigen.

Wir möchten uns ganz herzlich bei Mathias Pfeifer von FIAN Deutschland e.V. bedanken, den wir als Referenten gewinnen konnten, und der uns anhand seiner Erfahrung als Menschenrechtsbeobachter durch den Abend geführt hat.

Große Kunst – zwischen Phnom Penh, Paris und Berlin (2. März 2019)

Die Jahresveranstaltung „Große Kunst - zwischen Phnom Penh, Paris und Berlin“ beschäftigte sich mit den komplexen und manchmal widersprüchlichen Verbindungen zwischen den drei Hauptstädten Kambodschas, Frankreichs und Deutschlands, die bei näherem Hinsehen doch mehr gemeinsam zu haben scheinen als zunächst angenommen. So lassen sich auf globaler, regionaler und lokaler Ebene bei genauerem Hinsehen zahlreiche soziale, politische und wirtschaftliche Verbindungen erkennen. Bereits das Angkor-Imperium soll mit europäischen Städten Handel getrieben haben. Die von Paris ausgehende Kolonialherrschaft über „Indochina“ hat in Phnom Penh deutliche Spuren hinterlassen. Und auch das Aufblühen der Hauptstadt des unabhängigen Kambodscha in den 1960er Jahren lässt sich – genau wie ihr Niedergang – ohne den Blick auf die regionale und weltpolitische Situation kaum verstehen. Die Beziehungen zwischen Phnom Penh und Ost-Berlin waren dabei die meiste Zeit sehr gut. So wurde die lebhafte Berliner Kulturszene bereits früh um einige kambodschanische Einflüsse bereichert. Im Laufe der Zeit haben sich die Verbindungen zwischen Phnom Penh, Paris und Berlin dementsprechend stark verändert. Dies hat sich in besonderer Weise in der Kunst und Kultur der jeweiligen zeitlichen und geografischen Kontexte niedergeschlagen, was wir durch die Veranstaltung zu zeigen versuchten.

Kambodscha: Ein Land, viele Geschichten (5. Mai 2018)

Im Rahmen der Jahresveranstaltung „Kambodscha: Ein Land, viele Geschichten“ luden wir gemeinsam mit der Regisseurin Marina Kem zu einer Vorführung und anschließenden Diskussion über den Film „Bonne Nuit Papa“ ein. Mit dem Film „Bonne Nuit Papa“ zeichnet Marina Kem die Geschichte ihres Vaters nach. Dr. Ottara Kem hatte nie über sein Heimatland Kambodscha gesprochen. Seine Töchter konnten über seine Vergangenheit nur spekulieren, ließ er sie mit jedem Blick, jedem Stirnrunzeln, Abwinken oder Lächeln im Ungewissen. Zum Studieren war er 1965 in die DDR gekommen und dort geblieben. Erst auf dem Sterbebett erzählte er von seiner Heimat und der Familie und äußerte den Wunsch, dort begraben zu werden. Mit Zeitzeugen, Briefen und Fotos ergründet Marina Kem die Vergangenheit ihres Vaters und erfährt, wie die Herrschaft der Roten Khmer das Schicksal der Familie bestimmte. Gleichzeitig beginnt sie eine Reise zu ihrer zweiten, bisher unbekannten Herkunft und Kultur. Bei den Begegnungen mit den verbliebenen Mitgliedern der Kem-Familie erfährt sie Liebe, Versöhnung und Verbundenheit. Gemeinsam mit der Regisseurin haben wir verschiedene Perspektiven auf Kambodscha beleuchtet und so anhand der individuellen Erfahrungen der Regisseurin, ehemaliger weltwärts-Freiwilliger und in Deutschland lebender Kambodschaner*innen ein bunt gemischtes Bild eines vielseitgen Landes erhalten.

Kambodscha: Architektur eines Landes im Wandel (28. Oktober 2017)

 Die Jahresveranstaltung „Kambodscha: Architektur eines Landes im Wandel“ stellte im Rahmen des Films „The Man Who Built Cambodia“ das Leben des kambodschanischen Stararchitekten Vann Molyvann in den Mittelpunkt, der die „New Khmer Architecture“ in den 1950er und 1960er Jahren entscheidend prägte. Seine Verbindung von europäischer Moderne und traditionellen kambodschanischen Elementen steht symbolisch für das Aufblühen des unabhängigen Kambodschas nach der Kolonialzeit und vor dem Terrorregime der Roten Khmer. Der Film gibt persönliche Einblicke in das Leben des Meisters der modernen kambodschanischen Architektur, der im September 2017 verstarb. Während Vann Molyvann die Geschichte seines Landes zweifellos prägte, so hatte er unter dieser zugleich erheblich zu leiden. In den vergangenen Jahren musste er zusehen, wie zahlreiche seiner Bauwerke neuen Profitinteressen zum Opfer fielen. Durch das anschließende Filmgespräch mit Michael Reiche, einem Architekturexperten mit langjährigen Verbindungen zu Kambodscha, der zu Stadtentwicklungsprozessen und Architektur in der Landeshauptstadt Phnom Penh forscht, konnten wir einzelne Aspekte des Dokumentarfilms vertiefend diskutieren und neue Perspektiven auf ein vielfältiges Land gewinnen.

Kambodscha einmal anders (17. Dezember 2016)

Unsere aller erste Veranstaltung „Kambodscha einmal anders“ stellte Kambodscha in den Fokus und versuchte gängige Stereotype aufzubrechen. Denn Kambodscha ist vielfältiger als viele Darstellungen vermuten lassen. Kambodscha ist nicht bloß nur sogenanntes „Entwicklungsland“ mit authentischer Natur, faszinierenden Tempelanlagen, Müllbergen und armen kleinen Kinder mit Fliegen in den Augen. Was ist mit der beliebten AEON Shopping Mall mit 4D-Kino und Eislaufbahn in der Hauptstadt Phnom Penh? Den bis zum Anschlag beladenen Motorrollern, den teuren Toyota Lexus, Mercedes und Rolls-Royce? Der gefragten Fernsehsendung „Cambodia‘s Got Talent“? Bereits hier wird deutlich, dass die Realität Kambodschas vielfältig ist. Auf der Grundlage des Films „Bonne Nuit Papa“ diskutierten, reflektierten und hinterfragten wir gemeinsam mit dem Publikum gängige Klischeebilder von Kambodscha und versuchten, Gemeinsamkeiten zu entdecken, Vorurteile zu revidieren und Kambodscha so zu sehen, wie Kambodschaner*innen ihr Land gerne zeigen würden.